
Eröffnungsrede - Tim M. Hoesmann
Riesengroß hängt das Bild eines vom Kampf erschöpften US-Soldaten (Fotograf: Tim Hetherington) über den Köpfen der Besucher in der Berliner Parteizentrale der SPD.
Dieses Bild ist der Gewinner des diesjährigen World Press Photo Awards. Zusammen mit 155 anderen herausragenden Fotowerken ist es vom 30.05. bis zum 22.06. in Berlin zu sehen.
Der World Press Photo Award wird seit 1955 vergeben. Mit dem Preis werden herausragende fotojournalistische Arbeiten eines Jahres gewürdigt. Der Preis hat sich zu der renommiertesten Auszeichnungen für professionelle Pressefotografen entwickelt. Da sich, im Gegensatz zum Pullitzer Preis, hier Fotografen aus der gesamten Welt um eine Auszeichnung bewerben können, hat die Jury jedes Jahr eine Auswahl aus mehr als 80000 Fotos zu treffen. Hier das Beste herauszufinden ist sicherlich keine leichte Ausgabe.
Das Gewinnerbild dieses Jahr steht wie kein anderes für den US amerikanischen Krieg im Afghanistan. Erschöpft vom Kampf und ohne Aussicht auf einen klaren Sieg, sieht man einen US Soldaten an einer Lehmwand lehnen. Das Bild selbst ist etwas verwackelt und unscharf – und gerade daher umso eindrucksvoller und persönlicher. Gemacht wurde es von Tim Hetherington, welcher als embedded journalist die US amerikanischen Truppen begleitet.
Doch auch die anderen Fotos in den insgesamt 9 Kategorien (Spot News, General News, People in News, Portraits, Sports, the arts, Daily Life, Science and Technology, Nature and Environment) sind zum Teil sehr beeindruckende Werke der Fotoografie.
Die Ausstellung wird in 6 Sprachen rund um den Globus gezeigt und bei der letztjährigen gab es mehr als 1 Mio Besucher. Der diesjährigen ist hoffentlich ein ähnlicher Erfolg vergönnt.