Jul 24


In der “Münchner Erklärung”, welche zum Verhältnis privater Presse und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Stellung nimmt, zeichnet sich eine starke Resonanz innerhalb der deutschen Verlagslandschaft ab. Bereits 55 Verlage und Verleger haben sich der Erklärung angeschlossen, wie der Initiator VDZ (Verband der Zeitungsverleger) mitteilte.
Ziel der “Münchner Erklärung” ist es, neue Rahmenbedingungen für ein faires Miteinander von freier, unabhängiger Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk anzuregen. Aus Sicht der Unterzeichner müssen die Medienangebote öffentlich-rechtlicher Anstalten im Internet auf Bewegtbilder und Audio begrenzt werden. Der ständige Wandel auf den Medienmärkten erzwingt Reformen.
Das Anliegen findet auch in politischen Kreisen der Hauptstadt gehör. “Mit der Digitalisierung wird die bisher bestehende weitgehende Balance der Meinungsvielfalt in der Bundesrepublik Deutschland gefährdet. Deshalb muss der Gesetzgeber für neue faire Rahmenbedingungen sorgen”, heißt es zum Beispiel in einer diese Woche veröffentlichten Presseerklärung von Wolfgang Börnsen, medienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Quelle: www.vdz.de

Jul 17

Die Berichterstattung der Medien über sich  selbst ist Deutschland leider nicht sehr ausgeprägt.
Das Projekt meedia.de ist nun angetreten, auch in Deutschland umfangreich über die Medien selbst zu berichten. Laut ihrer eigenen Beschreibung, „soll meedia.de eine Informationsquelle für alle werden, die sich für Medien interessieren. Ein Medien-Portal von morgen, das konsequent die Vorteile des Webs nutzt. MEEDIA wird mehrmals täglich aktualisiert, bringt viele Videos, verlinkt auf die wichtigsten Artikel im In- und Ausland und kommt mit innovativen Tools, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wären.“

Ein sehr interessantes Tool ist der sog. der News-Aggregator, welcher zu allen Berichten über Medien im Internet verlinken soll. Zudem werden in einem eigenem News-Video Channel auch jeden Tag die wichtigsten Medien-Videos aus Deutschland und aller Welt präsentiert und archiviert. Unter den Menüpunkten “Neue Sites“ und “Best of Web“ stellt meedia.de die neuesten und interessantesten Internet-Sites der Welt vor.
Abgerundet wird das Angebot mit interessanten Tools. So gibt es einen Medien-Analyzer, der die Erfolgskurve verschiedenster Medienangebote anzeigen und vergleichen kann. Natürlich fehlt weder ein umfangreiches Archiv und eine integrierte Suchfunktion.

Insgesamt wirkt das Projekt, obwohl es sich nach eigenem Bekunden erst in der Beta-Phase befindet sehr ausgereift und hat meines Erachtens Potential, eine der zentralen Medienseiten zu werden.

Link: http://www.meedia.de

Jul 14

Der Bundesgerichtshof hat eine Klage von Frau Heide Simonis, in welcher sie sich gegen die Veröffentlichung von Fotos in der “Bild” Zeitung wehrte , abgewiesen. (Urteil vom 24.06.2008, Aktz. VI ZR 156/06)
Frau Simonis hatte Klage eingereicht, weil sie sich durch Fotos, welche sie bei einem Einkauf zeigten, in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sah. Die Fotos wurden am am 27.04.2005, dem Tag ihres Ausscheidens aus dem Ministeramt gemacht. Die Bildunterschrift der am 28.04.2005 in der “Bild” veröffentlichten Fotos lautete: “Danach ging Heidi erstmal shoppen” - und bezog unmittelbar auf ihr Ausscheiden aus dem Amt.
Das Gericht sah in dieser Veröffentlichung keine Verletzung des Persönlichkeitsrecht. Bei den Fotos handelt es sich um Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte, die ohne Einwilligung der Klägerin veröffentlicht werden durften. Für Personen des politischen Lebens ist ein gesteigertes Informationsinteresse des Publikums anzuerkennen. Die Fotos zeigen die Frau Simonis in einer unverfänglichen Situation in einem gut besuchten Einkaufszentrum, an dem Tag, an welchem sie nach 12 Jahren als Ministerpräsidentin abgelöst wurde. Gerade durch diese lange Zeit als Ministerpräsidentin ist ein erhebliches Interesse der Öffentlichkeit an dem Verhalten von Frau Simonis unmittelbar nach ihrem Amtsverlust anzuerkennen.
Ein Politiker kann sich nach der Ansicht des BGH nicht ohne weiteres der Berichterstattung unter Berufung auf seine Privatheit nach dem Amtsverlust entziehen.

Nachdem in der letzten Zeit, ausgehend von Caroline Entscheidung, die Rechte der Presse bei der Bildberichtstattung immer weiter zugunsten der Prominenten eingeschränkt wurden, werden durch dieses Urteil die Rechte der Presse wieder etwas gestärkt. So muss eine Bildberichterstattung gedultet werden, wenn aus den Gesamtumständen ein erhebliches Interesse der Öffentlichkeit an der Berichterstattung zu bejahen ist. Wie umstritten die Rechtslage im Augenblick ist zeigen die Vorinstanzen. Das LG Berlin (Aktz. 27 O 787/05 22.11.2005) gab der Klage von Frau Simonis statt und das KG Berlin (Aktz. 9 U 251/05 (13.06.2006) gab der Klage teilweise statt. Es wird also wieder weiter interessant zu beobachten sein, wie die Entwicklung in der Rechtsprechung sich entwickeln wird.

Urteil im Volltext bei fotorecht-aktuell.de

Jun 2
DW - Global Media Forum
icon1 Tim M. Hoesmann | icon2 Bildjournalismus | icon4 06 2nd, 2008| icon3No Comments »

In Bonn findet vom 1. bis zum 3. Juni das erste Deutsche Welle Global Media Forum statt. Bei dieser internationalen Medienkonferenz geht es thematisch um die Rolle der Medien bei Friedensstiftung und Konfliktprävention.
Über 1000 Medienvertreter aus der ganzen Welt diskutieren in zahlreichen Panels und Workshop über die Rolle der Medien. Eine solche Veranstaltung stattfinden zu lassen ist lange überfällig.

Viele Konzepte und Ansätze für den Aufbau unabhängiger Medien stammen noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Für den Wandel von der Diktatur zur Demokratie, für die Auflösung der staatlichen Medienmonopole und die Gründung kommerzieller Presse- und Rundfunkveranstalter bestanden nach dem Ende des Warschauer Paktes jedoch andere Voraussetzungen, als wir sie heute in Transformationsländern vorfinden.

Medienterrorismus ist ein neues Phänomen, welches durch die Anschläge in New York 2001 eine völlig neue Bedeutung erfahren hat. Anschläge werden häufig nach ihrer medialen Wirkung geplant – hier die Rolle der Medien zu hinterfragen ist unumgänglich.

Auch in Afrika spielen Medien bei den zahlreichen Krisen und Kriegen eine wesentliche Rolle. Der brüchige Frieden vieler Staaten darf nicht durch die Medien gefährdet, sondern muss vielmehr gefördert werden.

Das Deutsche Welle Global Media Forum versucht auf diese schwierigen Fragen Antworten zu finden.

Jun 1

Eröffnungsrede

Eröffnungsrede - Tim M. Hoesmann

Riesengroß hängt das Bild eines vom Kampf erschöpften US-Soldaten (Fotograf: Tim Hetherington) über den Köpfen der Besucher in der Berliner Parteizentrale der SPD.

Dieses Bild ist der Gewinner des diesjährigen World Press Photo Awards. Zusammen mit 155 anderen herausragenden Fotowerken ist es vom 30.05. bis zum 22.06. in Berlin zu sehen.

Der World Press Photo Award wird seit 1955 vergeben. Mit dem Preis werden herausragende fotojournalistische Arbeiten eines Jahres gewürdigt. Der Preis hat sich zu der renommiertesten Auszeichnungen für professionelle Pressefotografen entwickelt. Da sich, im Gegensatz zum Pullitzer Preis, hier Fotografen aus der gesamten Welt um eine Auszeichnung bewerben können, hat die Jury jedes Jahr eine Auswahl aus mehr als 80000 Fotos zu treffen. Hier das Beste herauszufinden ist sicherlich keine leichte Ausgabe.

Das Gewinnerbild dieses Jahr steht wie kein anderes für den US amerikanischen Krieg im Afghanistan. Erschöpft vom Kampf und ohne Aussicht auf einen klaren Sieg, sieht man einen US Soldaten an einer Lehmwand lehnen. Das Bild selbst ist etwas verwackelt und unscharf – und gerade daher umso eindrucksvoller und persönlicher. Gemacht wurde es von Tim Hetherington, welcher als embedded journalist die US amerikanischen Truppen begleitet.

Doch auch die anderen Fotos in den insgesamt 9 Kategorien (Spot News, General News, People in News, Portraits, Sports, the arts, Daily Life, Science and Technology, Nature and Environment) sind zum Teil sehr beeindruckende Werke der Fotoografie.

Die Ausstellung wird in 6 Sprachen rund um den Globus gezeigt und bei der letztjährigen gab es mehr als 1 Mio Besucher. Der diesjährigen ist hoffentlich ein ähnlicher Erfolg vergönnt.



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